Sommeranfang und andere Juni-Ereignisse
Heute ist der 1. Juni und damit meteorologischer Sommeranfang.
Wie beim meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März bedeutet dies, dass der Dreimonatszeitraum von Juni bis August in Hinblick auf die Wetterbeobachtung und -prognose als ‚Sommer‘ betrachtet wird. Und es bedeutet auch, dass im Juni auch der astronomische Sommeranfang zu verorten ist; 2021 fällt dieser auf den 21. Juni. Das bestimmende astronomische Ereignis ist hier die Sommersonnwende: Die Sonne steht dann am nördlichen Wendekreis, wodurch an diesem Tag – auf der Nordhalbkugel – der längste Tag der kürzesten Nacht gegenübersteht. Danach fangen die Tage wieder an, langsam kürzer zu werden – obwohl doch der Sommer für uns gefühlt erst losgeht!
Welche Daten und Ereignisse den Juni prägen, zeigt die folgende Übersicht:
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 1. Juni | Meteorologischer Sommeranfang |
| 3. Juni (2021) | Fronleichnam (regionaler katholischer Feiertag) |
| 10. Juni 2021 | Partielle Sonnenfinsternis |
| 21. Juni (2021) | Astronomischer Sommeranfang (Sommersonnwende) |
| 24. Juni | Johannistag (Ende der Spargelzeit) |
Neben dem Sommeranfang in seinen zwei Facetten fällt auch Fronleichnam 2021 in den Juni, und zwar auf den 3. Juni. Als von Ostern abhängiger und somit variabler katholischer Feiertag kann er in anderen Jahren auch in den Mai fallen (das nächste Mal wieder 2024). Aber immer ist es ein Donnerstag.
Die Schafskälte ist eine regelmäßig Anfang Juni auftretende Kälteperiode, bei der die zu diesem Zeitpunkt bereits einmal geschorenen Schafe frieren.
Der Johannistag am 24. Juni ist mit allerlei Brauchtum verbunden. In der heutigen Zeit ist er aber vor allem als letzter Tag der Spargelzeit bekannt. Wenn ich genau überlege, fällt mir außer der Spargelzeit keine Erntesaison ein, die in Deutschland ähnlich stark herbeigesehnt und genossen wird wie die Spargelzeit (ähnlich ist es nur mit Fasching und Advent, wo es aber nicht ums Essen geht …). Dadurch kommt dem 24. Juni eine Art ‚Deadline-Funktion‘ zu, da alle Spargelliebhaber – wenn sie es noch nicht ausreichend getan haben – bis dahin unbedingt noch ein letztes Mal im Jahr dem Spargel frönen sollten. Und wer Rhabarber mag, kann sich an den gleichen Termin halten – den soll man danach nämlich ebenso nicht mehr ernten. (Ich habe mir gestern welchen zum Einfrieren gekauft, dann ist das mit dem Saisonende nicht so ein Stress …)
Was unter uns Städtern glaube ich nicht so im allgemeinen Bewusstsein verankert ist, aber dafür umso toller zu beobachten: Glühwürmchen – sie kann man an den richtigen Orten (auch in der Stadt) ungefähr ab dem Johannistag nachts beobachten. Wenn man sich wie ich nicht mehr daran erinnern konnte, wann man in der Kindheit das letzte Mal Glühwürmchen gesehen hat, ist es eine echte Freude, die Leuchtkäfer als Erwachsener wieder einmal zu entdecken, daher empfehle ich – nach ein bisschen ortsabhängiger Recherche zu passenden Stellen – einen spätabendlichen Spaziergang im Juni und Juli!
Sternegucken war durch die Ausgangssperre der letzten Monate ja nur bedingt möglich. Umso mehr werde ich nun die hoffentlich bald lauen Sommerabende nutzen, an denen klare Sicht herrscht, um bekannte und neue Sternbilder zu entdecken. Diesen Monat ist aber mit der partiellen Sonnenfinsternis am 10. Juni (ca. 12:30 Uhr) auch tagsüber ein Himmelsereignis zu beobachten – wenn auch in unseren Breiten nur in sehr geringem Ausmaß, da die Sonne hier nur leicht an der oberen Kante verdeckt wird. Aber mit der richtigen Ausstattung (Sonnenfinsternisbrille!) kann man es ja trotzdem zu erspähen versuchen.
Tagsüber sind im Juni viele typische Sommerblumen am Blühen, darunter der knallrote Klatschmohn, Kornblumen, Seerosen und so weiter. Und auch die Getreidefelder verändern auf ihrem Weg zur Reife ständig ihr Aussehen – Grund genug, um einen Spaziergang auf dem Land zu machen! Der in den Hecken und Gärten zu blühen beginnende Schwarze Holunder und die Hundsrose zeigen übrigens in der Phänologie den Beginn des Frühsommers an, der mit der Reife der ersten Süßkirschen und Erdbeeren endet. Der Hochsommer beginnt (oft auch schon im Juni) mit der Blüte der Sommerlinde und/oder mit der Pflückreife von Johannisbeeren.
Zu essen gibt es im Juni neben Erdbeeren, Johannisbeeren und Kirschen allerlei Freilandgemüse wie Sommersalate, Schotenfrüchte und verschiedene Kohlsorten. Genauere Auskunft bieten hierzu Saisonkalender wie zum Beispiel auf utopia.de – ich hoffe, dass ich es mittelfristig schaffe, auch einen hier auf dem Blog einzubinden bzw. selbst zu gestalten.
Foto: Juliane Ameringer

