Feiertag : Fronleichnam
Heute ist der Feiertag ‚Fronleichnam‘, der als eines der Hochfeste der katholischen Kirche gilt. Dieser variable Feiertag wird immer 60 Tage nach Ostern und damit 10 Tage – bzw. am zweiten Donnerstag –nach Pfingsten begangen; das heißt, er kann bei einem frühen Ostertermin auch in den Mai fallen. Arbeits- und schulfreier Feiertag ist Fronleichnam hier in Deutschland nur in den katholisch geprägten Bundesländern und in bestimmten Landkreisen Sachsens und Thüringens. In der evangelischen Kirche und damit in den protestantisch geprägten Bundesländern wird Fronleichnam nicht gefeiert.
Inhaltlich geht es bei Fronleichnam um die Verehrung der als ‚Leib Christi‘ angesehenen Hostie (und des Weins). Der Name setzt sich aus den beiden Wortteilen ‚vron‘ (Herr) und ‚lichnam‘ (Leib) zusammen (übrigens das gleiche ‚vron‘ wie beim historischen ‚Frondienst‘, dem Dienst für den Herrn). Wesentlicher Bestandteil der Feier ist außer der Gottesdienstfeier vielerorts eine Prozession, bei der die Hostie in einer Monstranz durch die Straßen getragen wird. Ihr Weg wird – regional unterschiedlich – mit jungen Birken, Blumenteppichen und ähnlichem geschmückt.
Ursprung des Fronleichnamsfestes ist eine Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich (meiner Namenspatronin) im Jahr 1209, nach der ein Mond mit einem dunklen Fleck ein fehlendes Fest für die Eucharistie (Fleck) im Kirchenjahr (Mond) bedeutete. Interessant finde ich: Obwohl der Gründonnerstag bestens dafür geeignet wäre, als Tag des letzten Abendmahls und damit des ersten des gemeinsamen Brotbrechens als christliches Symbol gefeiert zu werden, ist dieser als Teil der Karwoche ein eher stiller Tag, Fronleichnam als extra zum Zweck der Verehrung eingeführtes Fest dagegen – wie bereits von Luther kritisiert – eher pompös. Eine Kritik, die ich persönlich nachvollziehen kann.
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