Das erste Vogelzwitschern
Die Nächte sind noch lang, und immer wieder gibt es zwischendurch wieder kalte Tage mit und ohne Schnee … Aber nicht nur tagsüber, sondern auch schon früh am Morgen und bis spät in die Nacht kann man in diesen Tagen draußen wieder die Vögel zwitschern hören. Das Erstaunliche ist für mich dabei: Erst in dem Moment, in dem ich merke, dass ich das Gezwitscher zum ersten Mal seit Langem wieder höre, seine lange Abwesenheit während der Wintermonate erst so richtig bewusst wird. Und genau nach dieser Erkenntnis ist der Moment vorbei und es fühlt sich wie Frühling an – bzw. besser gesagt: es klingt wie Frühling!
Auch wenn dieser bewusste Moment zwischen Winter und Frühling nicht festzuhalten ist, sind die ersten Tage und Wochen mit Vogelgezwitscher – für mich – etwas ganz Besonderes. Vor ein paar Tagen bin ich daher aufgestanden und habe das Gezwitscher des Vogels in unserem Hinterhof aufgenommen. Es war eine Amsel, die auf dem Dach des Hinterhauses saß, und munter vor sich hin ‚erzählte‘, bis sie kurz danach von zwei Elstern verscheucht wurde. Hier ist ein Teil meiner Aufnahme:
Vogelarten am Gesang erkennen war bisher keine meiner Stärken. Die Amsel ist da eine der wenigen Ausnahmen. Das Identifizieren nach dem Aussehen ist für mich einfacher – aber ob das daran liegt, dass ich eher visuell als musikalisch veranlagt bin, oder daran, dass es mir da einfach ein bisschen an Ehrgeiz gemangelt hat? Wer weiß.
Tatsächlich ist mein Ehrgeiz nun ein bisschen geweckt! Eine kurze Recherche bringt mich auf die Seite des NABU, dessen App ‚NABU Vogelwelt‘ ich mir im letzten Jahr aufs Handy geladen habe, um Vögel nach dem Aussehen bestimmen zu können (mit mäßigem Erfolg meinerseits – die App setzt eine gute Beobachtungsgabe und/oder einiges an Vorkenntnissen voraus …). Auf der Webseite habe ich heute aber das Passende für mich gefunden: eine Art ‚Vogeluhr‘, die mit Tonbeispielen anzeigt, welcher Vogel morgens wann zu singen anfängt – abhängig vom Sonnenaufgang! Meine Amsel gehört demnach – anders als ich – eher zu den Frühaufstehern und beginnt zwischen Februar und Juli ca. 45 Minuten vor dem ersten Sonnenstrahl zu singen. Zum Zeitpunkt meiner Aufnahme – gegen 8 Uhr – war sie also schon seit fast zwei Stunden am Singen …
Das mit dem Sonnenaufgang finde ich spannend und beschließe, demnächst mal früh genug aufzustehen und im nahegelegenen Park zuhören zu gehen, wie die Amseln (und die anderen auf der Vogeluhr genannten Vogelarten) nach und nach zu singen anfangen. Das sollte ich möglichst bald tun, denn der Sonnenaufgang wandert ja täglich auf der Uhr weiter nach vorne … Ich werde davon berichten!
Foto: Atanas Dzhingarov auf Unsplash
